Altersarmut

Es ist meine feste Überzeugung, dass alle Menschen Anspruch auf ein Leben in Würde auch im Rentenalter haben. Das bedeutet, dass wir alles tun müssen, um der weit verbreiteten Altersarmut endlich einen Riegel vorzuschieben. Das Risiko, im Alter arm zu sein, ist besonders bei Frauen sehr hoch, weil sie oft jahrzehntelang in Teilzeit oder in schlecht bezahlten Berufen gearbeitet haben, um „nebenher“ ihre Kinder großzuziehen. 
Das Ergebnis der Armut im Alter sind oft Vereinsamung, schlechte Wohnsituation, unzureichende medizinische Versorgung, Einschränkungen bei Ernährung, Kleidung, Mobilität – die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wird dadurch oft unmöglich gemacht.

Aus meiner Sicht wird es – solange es so viel Armut im Alter gibt – keine soziale Gerechtigkeit geben.
Claudia Roth dazu: „Wer Armutslöhne sät, wird Altersarmut ernten. Um Altersarmut wirksam zu bekämpfen, müssen wir an den Ursachen ansetzen: Mit einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn, der ein würdiges
Leben gewährleistet, und einem effektiven Zurückdrängen des Niedriglohnsektors wollen wir dafür sorgen, dass Menschen wieder von ihrer Arbeit leben können. Denn das ist die Voraussetzung, um im Alter höhere Rentenansprüche zu haben.“

Wir GRÜNE möchten nicht, dass zukünftig noch mehr Menschen in die Falle
der Altersarmut tappen.
Deshalb setzen wir uns für eine Garantierente ein. Menschen, die mehr als 30 Jahre Mitglied der Rentenversicherung waren, sollen mindestens 850 Euro monatlich erhalten.

Ich fordere zusätzlich, dass besonders in „teuren“ Städten wie eben hier
in Düsseldorf Seniorinnen und Senioren eine bessere Beratung zum Zugang zu sozialen Leistungen wie z.B. Wohngeld oder die Möglichkeiten der Grundsicherung erfahren.
All das können die Kommunen aber nicht aus eigener Kraft finanzieren. Deshalb muss der Bund die Städte und Gemeinden mit mehr Finanzmitteln ausstatten.
Ich setze mich daher auch für eine deutliche Erhöhung der kommunalen Finanzen
ein.
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Lesen Sie dazu:

Pressemitteilung der Bundestagsfraktion v. 24.08.2017:

Zur drohenden Altersarmut für Durchschnittsverdiener erklärt Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende:

„Beim Thema Renten verkauft die Union den Bürgerinnen und Bürgern immer noch politische Zuckerwatte und ignoriert in verantwortungsloser Weise die Schieflage und Fehlentwicklungen im deutschen Rentensystem, die sie maßgeblich mitverantwortet. Immer mehr Menschen droht durch das Absinken des Rentenniveaus Armut und ein sinkender Lebensstandard im Ruhestand. Die Große Koalition bekommt es mit den Modellrechnungen der Hans-Böckler-Stiftung heute schwarz auf weiß: Selbst Durchschnittsverdiener und vor allem Frauen, die für Kinder und Familie eine Auszeit vom Beruf nehmen, laufen Gefahr in der Altersarmut zu landen. Selbst bei mittleren Einkommen reicht jahrzehntelanges Arbeiten für eine Rente oberhalb der Grundsicherung zukünftig ohne Gegenmaßnahmen oft nicht mehr aus, auch weil die Löhne zu gering sind. Der Kampf für eine Bürgerversicherung, für die Stabilisierung des Rentenniveaus und der gegen Altersarmut per Garantierente sind zentrale Gerechtigkeitsfragen unserer Zeit, die nicht länger unbearbeitet bleiben dürfen.“

Quelle:

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BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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