Arbeitsmarkt zukunftsfest machen und Spaltungen überwinden

Anlässlich der heute von der Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen erklärt Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, Sprecher für Arbeitsmarktpolitik:

Die aktuell guten Arbeitsmarktzahlen dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass schon heute der Arbeitsmarkt tief gespalten ist und gravierende Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt vor uns stehen.

Der ökologische Umbau der Wirtschaft, die Digitalisierung, der demographische Wandel und eine gut gestaltete Migration bieten dabei große Chancen. Dafür müssen allerdings insbesondere auf dem Arbeitsmarkt die Rahmenbedingungen verändert werden, damit diese Veränderungen auch bei allen Menschen zu Verbesserungen führen und nicht als Bedrohung empfunden werden. Dazu muss die Bundesregierung deutlich stärkere Anstrengungen unternehmen. Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus.

Die Verfestigung von Langzeitarbeitslosigkeit muss bekämpft, prekäre Beschäftigung muss eingedämmt und die bestehenden Niedriglohnfallen überwunden werden. Zu viele Menschen sind trotz Erwerbstätigkeit arm. Wir brauchen eine Garantiesicherung, die auch und gerade bei Erwerbstätigkeit das Existenzminimum garantiert und zusätzliche Erwerbstätigkeit belohnt. Die Arbeitslosenversicherung muss gestärkt werden, damit weniger Arbeitslose auf Hartz IV angewiesen sind. Um auch Erwerbstätige fit für die Arbeit der Zukunft zu machen, muss die Arbeitslosenversicherung zu einer Arbeitsversicherung weiterentwickelt werden. Dafür braucht es ein Recht auf Weiterbildung, verbunden mit einer besseren finanziellen Absicherung und Angeboten sowohl für Arbeitslose als auch für alle Erwerbstätigen inklusive der Selbständigen.

Quelle: Pressestelle BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Deutschen Bundestag

 

Ergänzung Uwe Warnecke:
Gerade die beiden letzten Sätze haben für mich eine hohe Wichtigkeit. Die große hohe Arbeitslosigkeit ist derzeit nicht mehr vorhanden. Gegen ihre Rückkehr muss nun intensivst vorgegangen werden. Ganz besonderen Handlungsbedarf sehe ich im Bereich Übergang Schule/Beruf bei unseren jungen Leuten. Hier muss in ihrer Förderung und Qualifizierung zur Ausbildungsreife dringendst (schon wieder ein st) nachgesteuert werden. Dies erst in der achten oder neunten Klasse zu beginnen, ist für junge Menschen aus prekären Lebensverhältnissen wie der oft zitierten „3. HARTZ IV Generation“ oft zu spät.
Die Kassen der Arbeitslosenvericherung sind voll.
CDU/CSU & SPD handelt endlich!

 

 

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