Gespräch mit dem Rektor der Heinrich-Heine Universität

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Das Treffen mit Uni-Rektor Prof. Dr. med. Dr. phil. H. Michael Piper erschien mir sehr zwiespältig. Einerseits sind wir erleichtert, dass die große Welle des doppelten Abiturjahrgangs mit vielen Mühen gestemmt wurde, immerhin studieren nun 24.000 junge Menschen an der Uni Düsseldorf, das sind ein Drittel mehr als im Jahr 2009. Zudem wurden trotz Einsparungen in fast allen Bereichen des Landeshaushalts die Hochschulmittel nicht gekürzt. Andererseits forderte Rektor Piper sehr deutlich wesentlich mehr Geld, um den zusätzlichen Studierenden eine „ordentliche Ausbildung“ zukommen zu lassen und die maroden PCB-belasteten Gebäude an der Universität zu sanieren. Für die Universitätsgebäude in Düsseldorf heißt das 750 Mio.€ und in ganz NRW 20 Mrd. € zusätzlicher Mittel. Mir ist klar, dass es sich hierbei um Maximalforderungen seitens des Rektors handelt. Dennoch stellt sich dauerhaft die Frage, wie wir als Gesellschaft Bildung und Ausbildung besser finanzieren können. Studiengebühren lehne ich ab, in Deutschland herrscht im OECD-Vergleich ohnehin eine geringe soziale Mobilität – d.h. ein Arbeiterkind wird in der Regel nicht studieren. Im Land haben wir richtigerweise eine Schuldenbremse vereinbart. Und die Steuern endlos hochzuschrauben wird im Rahmen der Kapitalsverkehrsfreiheit auch nicht funktionieren. Wir sollten stattdessen die Steueroptimierungen bzw. Steuerschlupflöcher transnationaler Konzerne eindämmen. Unternehmen wie IKEA, Apple, Amazon und Starbucks zahlen nahezu keine Gewinnsteuern in Deutschland, kein konkretes Wort von Schäuble und Merkel hierzu im Wahlkampf. Aber ich schweife ab.
Das Gespräch mit Rektor Piper endet mit einer Besichtigung der Heinrich-Heine-Statue vor dem Konferenzraum (s.Foto). Wie der Satiriker Heine dieses universitäre Gespräch wohl kommentiert hätte, vermutlich auf einem trendigen, gewinnsteuerfreien MacBook Air.

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