Kin-Top e.V.

Heute war ich mit dem Sprecher der Grünen Stadtteilgruppe 10 Frederik Hartmann beim Förderzentrum Kin-Top e.V.  Den Besuch fand ich sehr aufschlussreich. Das Förderzentrum leistet unglaubliche Integrationsarbeit mit einem großen Potential: Es gibt Sprachkurse für Groß und Klein (Russisch, Deutsch, Englisch, Bilingual), Musik-und Kunstkurse für die Kleinen, Vorschulunterricht für Kinder mit Migrationshintergrund aller Art, zahlreiche künstlerische Integrationsprojekte (Tanz, Theater, Mode, Sport…), Hobbywerkstätten u.a. Es fing im Kleinen mit privatem Engagement der Geschäftsführerin an und ist heute zu einem großen Integrationsverein geworden, das in seinen Kursen große Qualitäten mit ausgebildeten Lehrkräften und vielfältige Möglichkeiten bietet.
Bei meinem Rundgang war ich beeindruckt von den dortigen Möglichkeiten, Ausstattungen und Engagement. Gerade für Garath ist Kin-Top eine wichtige Integrations-und Bildungseinrichtung, die u.a. mit der Bürger- und Interessensgemeinschaft Garath e.V. (BIG) stark zusammenarbeitet. Die Räumlichkeiten und Ausstattung lassen kaum was zu wünschen übrig: Mehrere Klassenräume, Aula, Werkstatt für Töpferei und Physik, Sporträume, Musikräume mit zahlreichen Instrumenten etc.
Und doch hat es Kin-Top e.V. nicht einfach:
1. Vetternwirtschaft in der Politik und in den Vereinen:  Das SoS-Kinderdorf, das, wie wir erfahren haben, in einem sehr sehr sehr engen Bündnis mit Hell-Ga e.V. steht, fördert beispielsweise keine Zusammenarbeit mit Kin-Top e.V. trotz Angebote und Einladungen seitens des Fördervereins. Zudem werden die Fördergelder ungleich verteilt.
2. Kin-Top e.V. selbst erhält aus der Politik kaum Förderungen. Die Finanzierung wird durch private Engagement, Spenden und Selbstbeteiligung bestritten. So ist es dem Verein u.a. nicht möglich die seit Jahren geforderte Vollzeitstelle für eine soziale Mitarbeiterin in Auftrag zu geben.
3. Kin-Top kann keine weiteren Einrichtungen aufbauen (wie beispielsweise einen echten Kindergarten), da das SOS-Kinderdorf alle Optionen hält.
4. Mangelnde Anerkennung seitens der Anwohnenden: Die Einrichtung muss sich mit mehreren Anzeigen außerhalb herumplagen (trotz geschlossener Fenster), da einige Leute die Einrichtung nicht Willkommen heißen.
Dieser Besuch zeigte also, was sich bei den Besuchen der anderen Einrichtungen schon abzeichnete: Das soziale Miteinander in Garath ist gegeben, bedarf aber noch einiger Hilfestellung um sich voll zu entfalten. Hier ist auch die Politik gefragt.

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