Gegner des Containerhafens sind keine „Randalierer“

Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von der Aussage des Oberbürgermeisters, es handele sich bei den Gegnern des Containerhafens lediglich um „Randalierer“.
Ich bin vielmehr der Meinung, dass die öffentliche Mobilisierung zu Sachthemen frischen Wind in die politische Landschaft bringt, den wir unbedingt brauchen. Gerade bei sehr komplexen Themen, wie beim Ausbau des Reisholzer Hafens, ist das Mitdenken vieler Expertinnen und Experten erforderlich, hier darf nicht ausschließlich die Einschätzung von Finanzinvestoren zählen.
Ich schätze Ihr Engagement sehr und unterstütze Ihr Anliegen das städtebauliche Gleichgewicht zwischen bebauter Stadt und Landschaft zu erhalten.
Die Stadt gehört allen. Ein angemessenes Mitspracherecht der Bürgerinnen und Bürger bei Großprojekten dieser Art ist eine Grundvoraussetzung für einen offenen Dialog auf Augenhöhe. Bürgerbeteiligung muss so früh ansetzen, dass gegebenenfalls umgesteuert werden kann.

Grundsätzlich finde ich die Verlagerung des Güterverkehrs vom LKW auf Binnenschiffe oder Züge richtig. Nach der ersten Bedarfsanalyse für Reisholz würden 80 bis 90 Prozent der Güter, die im Hafen umgeschlagen würden, von oder zu den Unternehmen im Düsseldorfer Süden gehen. Diese könnten also von der Straße verlagert werden, so dass sich die Verkehrsbelastung unterm Strich reduzieren würde. Der Hafen wäre dann kein Umschlagplatz für überregionalen Güterverkehr. Mit diesem Ziel ist der Hafen Reisholz eine interessante Idee. Ich werde bei den weiteren Analysen und Planungen darauf achten, dass sich der Schwerpunkt nicht verändert und dass über Festsetzungen und Verträge die regionale Funktion gesichert wird. Gleichzeitig müssen wir eine ganze Reihe von Knackpunkten beachten und lösen: Schutz der umliegenden Natur (insb. der Erholungsgebiete und FFH Gebiete), Schutz der umliegenden Wohnbebauung, Lärm- und Lichtbelastungen, den lange geplanten Lückenschluss des Rhein-Radweges und die Zukunft der auf dem Gelände angesiedelten Künstler-Ateliers. Bis jetzt erscheint mir kein Problem unlösbar, aber noch stehen viele Untersuchungen, insbesondere zu den Umweltauswirkungen und zum Verkehrskonzept aus. Ich werde die Entwicklung sehr kritisch aber konstruktiv begleiten.

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