Handlungskonzept für den Wohnungsmarkt

Haus - Metro Centric

Foto:
MetroCentric@
flickr.com

Der Beschlussentwurf zum Handlungskonzept für den Wohnungsmarkt ZUKUNFT WOHNEN DÜSSELDORF wurde am 20.03.2013 in einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Liegenschaften (AWTL), des Ausschusses für Wohnungswesen und Modernisierung (AWM) sowie des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung (APS) eingebracht.

Die Stadtverwaltung hat den Handlungskonzeptsvorschlag in Kooperation mit Wohnungsunternehmen, Bauherren und Maklern entworfen mit dem Ziel, ein ausgewogenes Wohnraumangebot in allen Preissegmenten anzubieten, die angespannte Wohnungsmarktlage zu entspannen und den Aufwärtstrend der Preisspirale zu bremsen.

Unter anderem soll  zukünftig jeder Investor bei Neubauprojekten mit mehr als 100 Wohneinheiten 20 % hiervon im geförderten Mietwohnungsbau und weitere 20% der Wohneinheiten im sogenannten „preisgedämpften “  Miet-  oder auch im individuell erwerbbaren Eigentumswohnungsbau errichten.

Der Entwurf bezeichnet hierbei Angebote, die für höchstens 10 EUR/qm Nettokaltmiete (ohne Heiz- und Betriebskosten) vermietet oder für höchstens 2.500 EUR/qm Wohnfläche (inkl. Tiefgaragenstellplatz) an Eigennutzer veräußert werden als „preisgedämpften“ Wohnungsbau.

Die Quote für den geförderten Mietwohnungsbau soll nach dem Entwurf nicht gelten, wenn der Standort hierfür ungeeignet sei, weil die instabile Sozialstruktur des städtebaulichen Umfeldes, außergewöhnliche Belastungen des Grundstücks etwa durch Altlasten oder das Fehlen von sozialer Infrastruktur eine Abweichung begründeten.

Die Quotierung könne dann zu Gunsten eines höheren Anteils an „preisgedämpftem“ Wohnungsbau variiert werden. Den Anforderungen der Quotierung für den öffentlich geförderten Mietwohnungsbau könne dann auch bei Eignung im näheren Umfeld, auf einem Alternativstandort innerhalb des Stadtgebietes oder durch den Ankauf von Belegungsbindungen im Bestand nachgekommen werden.

Mit der Einführung einer grundsätzlich anteiligen Errichtungspflicht öffentlich geförderter  Wohnungen wählt die CDU-FDP-Mehrheit einen Handlunsansatz, der in die Richtung weist, die seit Jahren zum Forderungskatalog grüner Wohnungspolitik gehört : 30%-Quote . Leider wird die zu erwartende Auswirkung unter Berücksichtigung der Wohnbauflächenreserve von ca. 10.000 Wohneinheiten wegen des Zeitablaufs und der zu geringen Quote bei schätzungsweise weniger als 2.000 zusätzlichen öffentlich geförderten Wohnungen in den nächsten 10 Jahren verharren, was den Wegfall belegungsgebundener Einheiten aus dem Bestand nicht ausgleichen kann.

Auch der „preisgedämpfte “ Mietwohnungsbau, der mit 10 EUR/qm netto nicht als preisgünstig zu bezeichnen ist, wird für die meisten Haushalte nicht bezahlbar sein.

Gleichwohl könnte die Eigentumsbildung im Bereich des „preisgedämpften“ Wohnungsbaus den nach der Landeswohnraumförderung förderfähigen Haushalten eine Perspektive geben, einer spekulativen Mietpreissteigerung zu entgehen. Diese Personengruppe würde mit ihrer Eigentumsverantwortung in einem sich neu bildendem Quartier sozialstabilisierend wirken. Auch für neue Wohnformen wie Wohnprojekte und Baugruppen können sich Handlungsspielräume eröffnen.

Eine gemeinwohlorientierte Kommune wird  ihre eigene Wohnungsgesellschaft (SWD-AG) verstärkt für den Wohnungsbau aufstellen müssen. Ihre Berücksichtigung vermisse ich im Konzeptentwurf.

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld